Leseprobe Kinderbuch Coole Abenteuer

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Coole Abenteuer aus acht Jahrhunderten. Laura und Niclas erkunden Rostock

Hallo Freunde,

Ich möchte euch ein Buch vorstellen, das meine Frau geschrieben hat.

 

Coole-Abenteuer aus acht Jahrhunderten

Aber nicht das ist der Grund, sondern, weil ich es interessant und spannend finde.

Es heißt: Coole Abenteuer aus acht Jahrhunderten. Laura und Niclas erkunden Rostock

und ist 2018 im Verlag Redieck & Schade in Rostock erschienen.

Kurz zum Inhalt:

Beim Besuch einer Ausstellung zur Stadtgeschichte erhalten Laura und Niclas, ein fast 13 Jahre altes Zwillingspärchen, das 2018 in Rostock lebt, einen Museumsführer. Es ist ein kleines Tablet, mit dem sie in die Vergangenheit reisen können. Der Rostocker Greif Rocco, in Menschengestalt der Erzieher Richard, begleitet sie.

 

Bei acht Zeitenwanderungen lernen sie Kinder und Jugendliche in ihrem Alter kennen und verfolgen deren Leben. Einbezogen werden wichtige Ereignisse der städtischen Entwicklung, von Stadtrechtsverleihung, über Hanse, Universität, Reformation, 30jähriger Krieg, Stadtbrand, französische Besetzung, bis zum Ersten und Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau.
Dabei werden die Zwillinge immer stärker in das Geschehen einbezogen und haben gefährliche Situationen zu bestehen und sich zu beweisen.

Lauras Fazit des Museumsbesuches lautet: „Das Interessanteste sind, glaube ich, die Menschen. In den acht Jahrhunderten lebten hier so viele bekannte und unbekannte Leute, sie haben die Stadt aufgebaut, immer wieder, auch nach Feuern und Krieg. Es ist toll, dass unsere Familie dazu gehört.“

Obwohl es um die Geschichte Rostocks geht, sind die Abenteuer auch für Kinder und Jugendliche aus anderen Städten, insbesondere Hafenstädten, interessant.
Vieles, was geschildert wird, findet sich in den Entwicklungen anderer Städte und ihrer Bewohner ebenso.

 

Hier eine Leseprobe:


„Laura, gib den 11. August 1677 und das Rathaus (auf dem Tablet) ein, deaktiviere die Tarnung.“

Wie immer befinden sich Laura, Niclas und Richard nach einer kurzen Dunkelheit am eingegebenen Ort. Es ist drückend heiß, die Luft voller Qualm und Brandgeruch. Mit schnellen Schritten eilen die drei die enger werdende Straße „Am Schilde“ entlang. Überall verladen Bewohner ihren Hausrat auf Fuhrwerke.

„Wir befinden uns inmitten des Großen Stadtbrandes. Heute Morgen brach in einer Bäckerei in der Altschmiedestraße, Ecke Große Goldstraße ein Feuer aus.“ „Oh je, Stines Bäckerei“, platzt Laura heraus. „Es ist wirklich die ehemalige Papenbrinksche Bäckerei, die den Brand verursachte. Aber Stines Vater betreibt sie lange nicht mehr. Seit unserem Besuch bei ihr sind fast 150 Jahre vergangen. Joachim Schulze ist der jetzige Bäcker. Wir wollen zum Haus von Vicke Schorler und Hans Klein. Es wird nun von Johann Schorler und seiner Familie bewohnt. Die Bilderrolle und die Chronik Vicke Schorlers* liegen noch in der Truhe auf dem Boden. Ich weiß nicht, ob Enkel und Urenkel daran denken. Übrigens, sie sprechen zwar alle niederdeutsch, aber hochdeutsch können die meisten verstehen. Ich brauche eure Worte also nicht mehr übersetzen. Ihr müsst euch aber überlegen, was ihr sagt. Wir sind da. Seht, sie räumen das Haus.“

In diesem Augenblick stolpert Johann Schorler beim Hinaustragen eines schweren Eichentisches. Richard greift zu und verhindert einen Sturz. „Habt Dank, junger Mann.“ „Ich sehe, Ihr könnt helfende Hände gebrauchen.“ Der Hausherr nickt. Laura und Niclas gesellen sich zu einem etwa gleichaltrigen Mädchen. Sie nehmen aus den Fenstern von der Mutter und zwei älteren Schwestern herausgereichte Körbe entgegen. Darin liegen Töpfe und Pfannen, Kellen, Gefäße mit Kräutern, aber auch Handtücher, Decken und Kleidung. Auf einem bereitstehenden Pferdefuhrwerk wird alles untergebracht. Richard trägt zusammen mit drei Männern und einen etwa fünfzehnjährigen Jungen Hocker, Bänke und Truhen aus dem Haus. Den vollbeladenen Wagen fährt ein Knecht in Richtung Mittelmarkt davon. Ein leeres Fuhrwerk kommt. Aus den oberen Stockwerken werden die Bettgestelle herausgeschleppt. Danach ist der Dachboden an der Reihe. Richard öffnet alte Truhen und findet die dicke Rolle der „Abcontrafactur“ und Vickes Chronik. Er ruft einen der Männer und gemeinsam wuchten sie das wertvolle Gut die Treppen hinab. Endlich ist es geschafft, das Haus leer. Zwei unruhige Pferde ziehen langsam den hochbeladenen Wagen davon. Johann erklärt: „Mein Sohn, du bleibst hier mit unserem Knecht. Alle anderen kommen mit mir. Wenn wir unseren Hausrat beim Schwager gesichert haben, kehre ich mit den Männern zurück. Seid vorsichtig. Gebe Gott, dass das Feuer uns verschont.“ Dann wendet er sich an die drei Fremden: „Vielen Dank für eure Hilfe. Ich bin Johann Schorler, meines Zeichens Goldschmiedemeister. Das sind mein Schwager, der Advokat und Ratsherr Jesper Nettelbladt, meine Frau Johanna sowie meine Kinder Johann, Paula, Friederike und Anke. Euch kenne ich nicht, aber ihr kamt zur rechten Zeit.“ „Mein Name ist Richard Pieters. Ich bin der Erzieher von Niclas und Laura, den Kindern des Kaufmannes Wilbrecht von Ros. Ich begleite sie auf ihrer Reise von Flandern nach Danzig zu ihren Eltern, die sich dort kürzlich niederließen.“ „Von so weit her seid ihr, wann erreichtet ihr Rostock?“ „Erst am gestrigen Abend. Wir wollten uns die weitgerühmte Stadt ansehen. Nun kann man nur hoffen, dass das Feuer baldmöglichst besiegt wird.“ „Bitte erlaubt, dass ich euch in meines Schwagers Haus in der Eselföterstraße einlade.“ „Wir danken für die Einladung, möchten euch aber nicht zur Last fallen. Ihr habt genug zu tun. Unsere Hilfe verpflichtet euch zu nichts. Wir taten es gern. Wenn ihr erlaubt, gehen wir noch ein paar Schritte mit euch. Wir wollen zur Herberge beim Kröpeliner Tor.“ „Aber bitte, kommt mit.“

„Es ist merkwürdig“, flüstert Laura im Gehen ihrem Bruder zu, „eben war Johann noch ein Junge, so alt wie wir, jetzt hat er schon Kinder. Und der Sohn heißt Johann, wie er.“ „Dieser Sohn sieht seinem Vater auch noch sehr ähnlich. Ich hab erst gedacht, er wäre der, der nach Biestow ausriss. So schnell kann man gar nicht umschalten, wie wir durch die Zeit reisen“, erwidert Niclas.

Als die Breite Straße erreicht ist, kommt Schorlers Knecht gelaufen. „Herr, Euer Haus wird nicht zu retten sein. Die Flammen sind nicht aufzuhalten.“ „Was haben wir getan, dass Gott uns straft?“ Schorlers Frau beginnt zu weinen. Die Töchter schluchzen. Johann Schorler und Jesper Nettelbladt machen kehrt und eilen zum Haus zurück. Niclas läuft hinterher. Richards Rufe überhört er.

„Laura, komm, wir müssen zusammenbleiben“, fordert Richard und dreht ebenfalls um.

Das Dach des Schorlerschen Hauses steht bereits in Flammen, als Niclas eintrifft. Plötzlich öffnet sich die Kellertür und eine Katze springt die steinerne schmale Treppe hinauf und verschwindet ängstlich miauend. „Ich glaube, da ist noch jemand im Keller“, meint Niclas zu dem jüngeren Johann. „Ich habe niemanden gesehen“, antwortet der. Die Kellertür schlägt zu und Niclas meint, zuvor einen Hilferuf gehört zu haben. Er rennt die Treppe hinab, Johann folgt ihm. Der Keller ist bereits voller Rauch. Die Jungen husten. Es ist kaum etwas zu erkennen. Niclas hört ein Stöhnen. Ein Mann liegt am Boden. Die Jungen ergreifen seine Arme und ziehen ihn zum Ausgang. Richard, nach Niclas Ausschau haltend, stürzt herbei und zusammen tragen sie einen alten Mann zur Straße hinauf. „Was machst du noch hier? Du warst doch zu deiner Schwester gegangen?“, fragt Schorler, der hinzu getreten ist, den Alten. „Hatte meine Stiefel vergessen und die Katze. Als ich raus wollte, bin ich gestolpert und kam nicht mehr hoch. Mein Bein …“ Schorler stellt vor: „Das ist der krumme Hein. Ohne die Jungen, wärst du da unten erstickt und verbrannt!“ Hein hustet und spuckt. „Ick dank juch“, sagt er. Das versteht Niclas ohne Übersetzung. Stolz schaut er zu Richard und blickt in ein finsteres Gesicht. Inzwischen brennt das gesamte Haus. Mit hängenden Schultern und Tränen in den Augen schauen Schorler und sein Sohn in die Flammen. „Bei uns seid ihr sicher, Schwager“, bemerkt Friedrich Nettelbladt. „Ja. Doch wie wird es weitergehen“, antwortet Johann. „Wir sind nicht arm, aber ein neues Haus, ob es dafür reicht? Wenn das Feuer weiter wütet, bleiben Burgwall, Koßfelder und Lagerstraße in der Mittelstadt nicht verschont. Wer hat dann noch Geld, um Schmuck anfertigen zu lassen.“ „Ihr seid mit dem Leben davongekommen, dankt dafür“, erinnert Nettelbladt. Richard wendet sich an die Männer: „Wir müssen nun wirklich gehen. Alles Gute!“ „Dank für Hilfe und Rettung“, entgegnet Johann Schorler und sein Sohn nickt Niclas zu.

Beim Rathaus bleibt Richard stehen. Er ist äußerst verärgert. „Ich schalte die Zeitenwanderfunktion aus, wenn du noch einmal ohne meine Zustimmung etwas unternimmst“, fährt Richard Niclas an. „Auch wenn wir nicht in dieses Jahrhundert gehören, wir sind nicht unverwundbar. Kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn du plötzlich verletzt in die Ausstellung zurückkehrst? Nein? Ich auch nicht! Lassen wir es also nicht darauf ankommen, okay?“ „Okay.“ „Außerdem dürfen wir nicht in den vorgesehenen Lauf der Geschichte eingreifen. Wenn wir es doch tun, könnte das unabsehbare Folgen haben. Folgen nicht nur für uns, sondern eventuell auch für Rostock. Der alte Mann sollte heute im Feuer sterben.“ „Es war nicht richtig, den Mann aus dem Keller zu holen?“, fragt Laura ungläubig… „Ich … wir können doch nicht einfach nur zusehen, wenn ein Mensch in Not ist. Du doch auch nicht, oder, Richard?“, will Laura wissen. „Na ja. Du hast recht, ich hätte den Mann auch aus dem Feuer gezogen. Hoffen wir, dass unsere Rückkehr ohne Probleme verläuft. Lasst uns gehen.“

Diese Rettungsaktion bleibt nicht ohne dramatische Folgen für die drei Zeitenwanderer.  

* Vicke Schorler (um 1560-1625), Rostocker Krämer, zeichnete von 1578-1586 die wichtigsten und schönsten Gebäude, Stadttore, Universität, Kirchen, Klöster, Rathaus, Hafen und Marktreiben in Rostock und fasste sie zur „Abcontrafactur“ in einer Rolle zusammen.


 

Falls ich euer Interesse geweckt habe, könnt ihr das Buch gern über Amazon oder direkt über den Verlag beziehen.

Viele Grüße 

euer Didi

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