Schlichte Lyrik

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Hier findest du einige einfache Gedichte.

Nichts besonderes, aber vielleicht ist ja manches auch ganz lustig.

Der BaumDer Spießer

Der Baum

Als Samenkorn gelöst aus dem Kelch
und getrieben vom Wind übers Land.
Geweht durch die Lüfte,  über Häuser hinweg,
hinaus aus der Stadt an den Rand.

Auf fruchtbarer Krume nieder gegangen,
in der Vielzahl der Gräser versteckt.
Vom Regen – dem Starken, in die Tiefe gerissen,
im Dunkel den Keimling geweckt.

Geboren der Spross aus dem kleinen Korn.
Er reckt sich und streckt seine Spitzen,
in die Höhe, voll Sehnsucht der Sonne entgegen,
den hellen Tag zu besitzen.

Viele Sommer zogen seither schon ins Land.
Die Knospen brachen im Mai.
Im Winter dann unter weißen Daunen,
von allem Grünen längst frei.

Ein stattlicher Baum, neben anderen Kleinen,
längst selbst schon die Samen gestreut.
In seinem Innern lesbar die Zeit,
manch Mensch hat sich an ihm gefreut.

Es gingen die Jahre, gute und schlechte,
doch keines das Leben ihm nahm.
Zäh und stark so stand er da,
bis dann der Bagger kam.

Der Spießer

Er hastet zur Arbeit, er hastet zurück.
Er hastet zum Garten -sein bestes Stück.

Die Frau ? Längst Routine. Der Wagen ? Geputzt.
In der Wohnung die Schuh aus, dass nur nichts verschmutzt.

Wo sind seine Kinder, man sieht sie hier kaum ?
Die leben weit weg ihren eigenen Traum.

So sitzt er dann da, mit dem Bier in der Hand,
seine Schultern, sie hängen. Er ist völlig verbrannt.

Das Fernsehprogramm ist schon lange vorüber,
doch er sitzt, schnarcht und schlurft dann hinüber.

Die Frau noch zu wecken, das hat keinen Sinn,
denn für heut ist schon wieder die Stimmung ganz hin.

So lebt und so strebt er und geizt mit dem Geld
und ist doch unzufrieden mit sich und der Welt.

Was hat er gedacht, als er anfing vor Jahren ?
Oh was das doch damals für Träume noch waren.

Er hat es erreicht, was will er noch mehr
und doch ist jetzt sein ganzes Leben so leer.

Das Leben zu leben ist schon eine Kunst
und ein Spießer wie er, der hat es völlig verhunzt.

 

Ich bin ein kleiner HundBlick übers Eis

Der kleine Hund

Ich bin
ein kleiner Hund,
bin wunderschön
und kerngesund.

Da ist nur diese Mietzekatze,
mit der scharfen Katzentatze.

Wenn ich in den Garten gehe
und ihr meinen Schwanz zu drehe,
macht sie hinter mir Grimassen.
Das Tier das muss man einfach hassen.

 

Blick übers Eis (aus der Stadt ins Dorf der Kindheit)

Klirrende Kälte fliegt über das Land,
Bäume in weißen Mänteln ertragen ächzend ihre Last
und verlassene Fischerboote,
liegen schlafend bis zum Frühling, unter einer Daunendecke,
die der Winter sanft über sie gebreitet hat.

Das goldbraune Band des Schilfgürtels,
leuchtend in der Sonne
zieht es sich am Ufer der Bucht entlang
und entflieht in der Ferne,
um sich dort am Horizont mit dem Himmel,
der die zu Eis erstarrte See berührt, zu vereinen
um den auf dem Eise tanzenden Sonnenstrahlen zuzusehen.

Eingebettet von sanften  Hügeln,
an der Grenze zwischen See und Land
– ein kleines Dorf.
Wie vor mehr als 100 Jahren erscheint es
in seiner alten Schönheit
und schickt den Klang der Glocken
vom noch älteren Kirchturm
in glitzernde Weite.

Fast vergessene Kindheitserinnerungen
brechen aus dem Innersten hervor
in diese, durch des Winters Kraft geborene,
romantische Einsamkeit und lässt uns träumen
von vergangenen Zeiten.

 

Die Erde mit einer ZündschnurAlter traditioneller Traktor

Alptraum

Die Sonne zeigt nie mehr ihr Gesicht,
die Erde getaucht in schmutziges Grau.
Der helle Tag, man sieht ihn nicht,
nie wieder grün aus dem Erdreich bricht,
selbst der Himmel wird nie mehr blau.

Die Sonne, sie verließ ihre Bahn
und trotzte allen Gesetzen.
Hatte sie etwa Angst vor dem Wahn,
der über uns auf die Erde kam ?
Suchte sie Schutz sich nicht zu verletzen ?

Hörte auch sie das Zeitzünderticken,
der schönen Erde – hochexplosiv – ?
Mit der wir uns selbst in die Ewigkeit schicken.
Wird nie wieder ein Mensch den Planeten erblicken ?
War die Stimme zu schwach die nach Frieden rief ?

Dirk´s alter Traktor

Der Traktor unseres Bauern Dirk,
ist heut mal wieder total verwirrt.
Fährt kreuz und quer durch Kraut und Rüben,
als wollt er alles unter pflügen.

Auch Frau Antje aus dem Friesenland
kam gleich beim Bauern angerannt:
“Wat mökt denn blots dat olle Dierd,
dat is doch allens todal verkiehrt”

Bauer Dirk  kratzt langsam durch sein Haar,
zumindest dort wo es mal war
und plötzlich kommt ihm in den Sinn:
“War im Kanister Diesel drin?”

Er geht in den Schuppen und prüft mit der Nase
des Kanisters tolle Abgase
und plötzlich wird ihm sonnenklar
das im Kanister Rapsöl war.

Er läuft auf das Feld und tätschelt den Trekker,
das Gebrumm klingt schon besser, aber noch wie Gemecker.
„Vergib mir, du, mein alter Schlepper,
die nächste Mischung die wird wieder fetter“.

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